Die Rechnung läuft rückwärts, nicht vorwärts
Fast alle Übergabetermine liegen zwischen 10 und 15 Uhr, und fast alle Mieter planen von vorn: erst der Umzug, dann sehen wir weiter. Das geht schief, weil der Tag von hinten begrenzt ist. Der Vermieter steht um 14 Uhr im Treppenhaus, und bis dahin muss die Wohnung leer, gekehrt und gewischt sein.
Rechnen Sie deshalb rückwärts. 14 Uhr minus 30 Minuten Puffer sind 13:30 Uhr. Minus 1 Stunde 15 Minuten Endreinigung für rund 82 Quadratmeter sind 12:15 Uhr, und das ist der Moment, in dem der letzte Karton den Flur verlassen haben muss. Minus 4 Stunden Beladen für 36 Kubikmeter mit drei Trägern sind 8:15 Uhr. Minus 15 Minuten für Rundgang und Treppenhausschutz sind 8 Uhr.
Acht Uhr ist also keine Vorliebe, sondern Arithmetik. Und deshalb taugt an diesem Tag kein Zweistundenfenster von 8 bis 10 Uhr: Kommt der Wagen um 9:45 Uhr, verschiebt sich alles um 1 Stunde 45 Minuten, und die Übergabe fällt in die Endreinigung.
Der Punkttermin für 39 Euro ist hier kein Luxus
Das übliche Ankunftsfenster umfasst 2 Stunden, also 120 Minuten. Das ist an einem normalen Umzugstag völlig ausreichend, weil hinten Luft ist. Am Übergabetag ist hinten keine Luft, dort steht ein fremder Mensch mit einem Protokoll.
Der Punkttermin engt das Fenster auf 30 Minuten ein, das sind 90 Minuten weniger Unschärfe, und kostet 39 Euro. Bei einer Dreizimmerwohnung zum Festpreis ab 795 Euro sind das 4,9 Prozent Aufschlag für die Gewissheit, dass der Tag nach Plan läuft. Bei einer Einzimmerwohnung ab 349 Euro sind es 11,2 Prozent, aber dort ist die Beladezeit mit 2 Stunden 20 Minuten auch kürzer und der Puffer größer.
Wir setzen den Punkttermin so, dass die Arbeit zur vollen Stunde beginnen kann: Fenster von 7:45 bis 8:15 Uhr, Wagen steht um 8 Uhr. Alles Weitere zu Fenstern und Takt steht auf der Seite Ankunftsfenster und Zeitplan.
Ein kompletter Tag, Stunde für Stunde
Der folgende Ablauf ist für eine Dreizimmerwohnung mit rund 82 Quadratmetern und rund 36 Kubikmetern gerechnet, Ziel ist Berlin-Frohnau, 5,2 Kilometer und 9 Minuten entfernt, also innerhalb des 20-Kilometer-Rings und ohne Anfahrtskosten. Gearbeitet wird mit einem Möbelkoffer von 23 Kubikmetern und drei Trägern zu 99 Euro je Stunde.
Zwei Dinge laufen dabei parallel, und genau das übersehen viele: Ab 12:15 Uhr ist die alte Wohnung leer, aber der Wagen ist nicht fertig. Während Sie kehren und wischen, entlädt das Team bereits in der neuen Wohnung. Das heißt, jemand muss dort die Tür aufschließen.
Der Übergabetag von 8 Uhr bis 16 Uhr
- 7:45 bis 8:15 Uhr: Punkttermin, 30-Minuten-Fenster, 39 Euro. Der Wagen steht um 8 Uhr.
- 8:00 bis 8:15 Uhr: Rundgang durch beide Wohnungen auf dem Papier, Treppenhaus und Türzargen abdecken, 15 Minuten.
- 8:15 bis 12:15 Uhr: Beladen, 36 Kubikmeter mit drei Trägern, rund 9 Kubikmeter je Stunde, also 4 Stunden.
- 12:15 bis 12:25 Uhr: Fahrt über 5,2 Kilometer nach Berlin-Frohnau, gemessen 9 Minuten.
- 12:15 bis 13:30 Uhr: Endreinigung der alten Wohnung, besenrein plus feucht gewischt, 1 Stunde 15 Minuten.
- 12:30 bis 15:30 Uhr: Entladen und Stellen, 3 Stunden, denn Entladen geht rund ein Viertel schneller als Beladen.
- 13:30 bis 14:00 Uhr: Puffer. Zählerstände für Strom, Gas und Wasser notieren, Schlüssel zählen.
- 14:00 bis 14:30 Uhr: Übergabe mit Protokoll, 30 Minuten. Parallel läuft das Entladen weiter.
- 15:30 bis 16:00 Uhr: Betten und Schränke aufbauen, Abnahme, 30 Minuten.
Was dieser Tag kostet
Von 8:00 bis 16:00 Uhr sind es 8 Stunden. Zum Zeittarif von 99 Euro je Stunde für Möbelkoffer und drei Träger sind das 792 Euro. Der Punkttermin kostet 39 Euro extra, zusammen also 831 Euro. Zum Festpreis beginnt dieselbe Wohnung bei 795 Euro, mit Punkttermin also bei 834 Euro.
Der Unterschied zwischen 831 und 834 Euro ist keine Ersparnis, sondern eine Risikofrage. Beim Zeittarif zahlen Sie, was der Tag wirklich braucht, und wenn er eine Stunde länger dauert, sind es 99 Euro mehr. Beim Festpreis steht der Betrag, bevor der erste Karton getragen wird. Welche der beiden Formen für Ihre Wohnung sinnvoller ist, sagen wir nach dem Aufmaß, das 20 bis 35 Minuten dauert und 0 Euro kostet.
Läuft es länger, rechnen wir im Viertelstundentakt weiter: 24,75 Euro je Viertelstunde bei 99 Euro Stundensatz. Warten wir, weil niemand die neue Wohnung aufschließt, läuft die Uhr mit. 30 Minuten Warten sind 49,50 Euro.
Wenn die Übergabe schon um 10 Uhr ist
Dann geht dieser Plan nicht auf, und das sollte man offen sagen, statt es am Umzugstag herauszufinden. Rechnen Sie wieder rückwärts: 10 Uhr minus 30 Minuten Puffer sind 9:30 Uhr, minus 1 Stunde 15 Minuten Endreinigung sind 8:15 Uhr, minus 4 Stunden Beladen sind 4:15 Uhr. So früh fährt kein Wagen los, und so früh will auch kein Nachbar geweckt werden.
Für diesen Fall gibt es drei saubere Lösungen, und alle drei beginnen damit, dass die Wohnung am Vortag leer ist. Welche passt, hängt daran, wann die neue Wohnung zugänglich ist.
Drei Wege bei früher Übergabe
- Umzug am Vortag, Übergabe am nächsten Morgen: 8 Stunden Einsatz zu 99 Euro sind 792 Euro, die Endreinigung machen Sie in Ruhe am Abend oder früh.
- Zwischenlagerung, wenn die neue Wohnung noch nicht frei ist: Ein Abteil mit 25 Kubikmetern kostet ab 179 Euro je angefangenem Monat, Einlagern und Ausräumen je Fahrt ab 95 Euro, zusammen also ab 369 Euro.
- Teilung auf zwei Tage: Keller, Dachboden und Schränke am Vortag, Betten und Küche am Übergabetag. Jeder Einsatz hat eine Mindestabnahme von 3 Stunden, bei 99 Euro also 297 Euro.
Besenrein, Protokoll und das, was übrig bleibt
Besenrein heißt: leer, gekehrt, Dübel raus oder verschlossen, keine Möbel im Keller. Was am Ende doch stehen bleibt, wird schnell teuer, wenn der Vermieter es entsorgen lässt. Wir nehmen es im selben Einsatz mit: Entrümpeln beginnt bei 36 Euro je Kubikmeter, eine Fuhre Sperrmüll bis 5 Kubikmeter bei 165 Euro.
Rechnen Sie das mit ein, bevor der Tag beginnt. Vier Kubikmeter Restmüll aus Keller und Abstellkammer sind 4 mal 36 Euro, also 144 Euro, und sie kosten etwa 30 Minuten zusätzliche Ladezeit. Wer das erst um 11:30 Uhr entdeckt, verliert den Puffer vor der Übergabe.
Für das Protokoll gilt: Zählerstände von Strom, Gas und Wasser notieren, alle Schlüssel zählen, Mängel eintragen. Dafür sind im Plan 30 Minuten von 13:30 bis 14:00 Uhr reserviert, und die sollten Sie nicht antasten. Die Ladung selbst ist in dieser Zeit mit 620 Euro je Kubikmeter nach Paragraf 451e HGB gedeckt, bei 36 Kubikmetern sind das 22.320 Euro.